Vielleicht hast auch du du irgendwann einmal eine Diagnose bekommen:
Depression,Angststörung,PTBS,Bindungstrauma.
Und vielleicht war da zunächst sogar Erleichterung: Endlich hat das, was ich erlebe, einen Namen und endlich weiss ich mehr darüber „was eigentlich mit mir los ist“. Oft hilft eine Diagnose vielen Menschen sehr, mehr über sich zu erfahren un die richtigen und hilfreichen Schritte einzuleiten.
Manchmal jedoch nimmt unsere Diagnose zu viel Raum einund wird zu unserer Identität.
Plötzlich häufen sich Gedanken, wie :
„Ich bin depressiv.“
„Ich habe Bindungsprobleme.“
„Ich bin traumatisiert.“
Und irgendwann fühlt es sich nicht mehr an wie ein Teil deiner Erfahrung – sondern wie du selbst.
Diagnosen haben ihren Platz und sind uns eine große Hilfe, aber sie sind eben auch nur ein Teil der Realität, eine Beschreibung von Symptomen und der Versuch, komplexe Prozesse in Kategorien zu erfassen.
Sie sind jedoch keine beschreibung deiner Persönlichkeit,deiner Identität oder deiner Zukunft.
Hinter jeder Diagnose steht eine Geschichte und damit die gründe dafür, warum dein System entschieden hat, die Symptome „auszuarbeiten“.
Denn die Symptome sind keine fehler, die es zu beheben gilt, sie sind intelligente und beschützende Reaktionen auf das, was du erlebt hast.
Wir müssen also versuchen, alls deine gefühle, Gedanken und handlungen als ein Hinweis auf etwas zu sehen. Auf etwas, was gesehen, gehört oder verstanden werden will.
Nicht als etwas, was in eine Diagnose passt, eine Störung ist. Wir wollen schauen, wo du „verstört“ wurdest.
Statt zu fragen:
Was stimmt nicht mit mir?“
darfst du beginnen zu fragen:
„Was ist mir passiert?“
„Was versucht ein Teil von mir auszudrücken?“
„Was brauche ich wirklich?“
Du bist mehr als das, was dir passiert ist
Du bist nicht deine Diagnose.
Du bist auch nicht nur deine Vergangenheit.
Du bist richtig, wie du gerade bist und hast dazu noch die Fähigkeit, dich zu entwickeln, zu verändern und neue Erfahrungen zu machen.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen!
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